Ich töpfere seit meiner Jugend, habe aber nie einen Töpferkurs besucht.
Mein Wissen habe ich mir bereits als Kind vor allem durch Bücher und Ausprobieren angeeignet.
In unserem Haus gibt es unzählige, getöpferte Details.
Die Keramik-Mosaike waren zwar schrecklich viel Arbeit, doch für mich ist das Selbermachen von Fliesen fast so wie Plätzchen backen.
So viel aufwändiger ist es eigentlich auch gar nicht. Man muss die Fliesen zwar deutlich heißer „backen“ als normale Plätzchen, aber im Gegensatz zu Gebäck sind Fliesen auch viel langlebiger…
Die Arbeit lohnt sich also auf jeden Fall!

So geht’ s: Ton ausrollen, „Plätzchen“ ausstechen, Muster einprägen, trocknen lassen, bei ca. 900° C brennen, glasieren und nochmals bei 1040° Grad brennen, dann mit Fliesenkleber oder Silikon aufkleben und verfugen oder einzelne Stücke als Topfuntersetzer, Kühlschrankmagnete o.ä. nutzen.
Wenn man das Grobe beim Renovieren geschafft hat, sind selbstgemachte Fliesen das Sahnehäubchen und die Belohnung für das Abschleifen von Böden oder das Verputzen von Wänden…
Auch konnte ich so alles genau nach meinen Vorstellungen gestalten, passender, als ich es jemals hätte kaufen können.

Keramik hat für mich etwas Wertvolles, Beständiges und Zeitloses.
Antike Töpferkunst überdauert Jahrtausende, das ist schon beeindruckend.
Der eigentliche Reiz entsteht aber erst durch die Glasur, die den getöpferten Gegenstand vollendet.
Wenn ich nach dem Glasurbrand den Brennofen öffne, ist das jedes Mal furchtbar spannend und ein Gefühl wie Weihnachten.
Mich faszinieren die entstandenen, leuchtenden Farben, die Farbverläufe, die Lichtbrechung, das Glitzern und Funkeln.
Allein die Möglichkeiten, Strukturen in Ton zu bringen, sind unbegrenzt.
Neben gekauften und selbstgemachten Stempeln verwende ich gepflückte Blätter, grobe Stoffe, Stiftkappen, Knöpfe, Küchensiebe …